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Reichhaltiger Schweinefleisch-Gulasch – ein cremiger Klassiker mit außergewöhnlich zartem Fleisch und einer dickflüssigen Zwiebelsauce, die geradezu auf der Zunge zergeht – ist die perfekte Wahl, wenn Sie Lust auf echte hausgemachte „Löffelgerichte“ haben, Sie aber keine Zeit haben, stundenlang Rindfleisch zu kochen. Schweinefleisch (insbesondere Stücke mit etwas mehr Bindegewebe, wie Schulter oder Nacken) wird nämlich wesentlich schneller zart als Rindfleisch und entwickelt gleichzeitig einen unglaublich reichhaltigen und vollmundigen Geschmack. Das Geheimnis eines perfekten, sämigen Gulaschs ohne Mehlzusatz liegt in der goldenen Regel des Verhältnisses – die Menge an Zwiebeln muss genau die Hälfte des Gewichts des Fleisches betragen – und in deren langsamer Anbratung. Fügt man dazu noch richtig angebratenen süßen roten Paprika hinzu, der dem Gericht seine charakteristische rubinrote Farbe verleiht, entsteht eine perfekte Harmonie der Aromen, die sich hervorragend für ein Sonntagsessen oder ein herzhaftes Abendessen eignet.
- Zubereitungszeit: 20 Minuten
- Garzeit: 60 bis 90 Minuten
- Menge: für 4 bis 5 Personen
- Schwierigkeitsgrad: Einfach bis mittel (erfordert Präzision beim Rösten)
Zutaten für einen traditionellen Schweinefleisch-Gulasch
- 1 kg Schweinefleisch (am besten eignen sich Schweineschulter oder Schweinenacken, da diese saftig bleiben)
- 500 g gelbe Zwiebeln (beachten Sie unbedingt das Verhältnis 2:1 zugunsten des Fleisches)
- 2 bis 3 Esslöffel hochwertiges Öl oder (noch besser) echtes Schweineschmalz für einen authentischen Geschmack
- 2 gehäufte Esslöffel gemahlener süßer roter Paprika (entscheidend für Farbe und Geschmack!)
- 2 Esslöffel Tomatenmark (Konzentrat)
- 2 bis 3 Zehen frischer Knoblauch (fein gehackt)
- 2 Lorbeerblätter und 1 Teelöffel getrockneter Thymian
- ca. 700 ml warmes Wasser oder klare Brühe (die Menge passen Sie nach Bedarf an)
- Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer nach Geschmack
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Zubereitung
1Zubereitung von Fleisch und Zwiebeln: Entfernen Sie gegebenenfalls größere Sehnen vom Schweinefleisch und schneiden Sie es in gleichmäßige Würfel von etwa 3 x 3 Zentimetern. Durch die gleichmäßige Größe wird sichergestellt, dass das gesamte Fleisch gleichzeitig gar wird. Schälen Sie die Zwiebel und hacken Sie sie mit einem Messer so fein wie möglich (mixen Sie sie keinesfalls im Mixer, da beim Mixen bittere Säfte freigesetzt werden!). Schälen Sie auch den Knoblauch und hacken Sie ihn fein.
2. Karamellisieren der Zwiebeln: Erhitzen Sie Öl oder Schweineschmalz in einem größeren, breiten Topf mit dickem Boden. Geben Sie die gehackten Zwiebeln hinzu und salzen Sie diese sofort leicht (das Salz hilft dabei, Wasser auszutreiben). Bei mäßiger Hitze 15 bis 20 Minuten langsam anbraten und gelegentlich umrühren. Die Zwiebeln müssen vollständig glasig werden, weich werden und eine leicht goldbraune Farbe annehmen – das ist das Geheimnis für eine dickflüssige und süßliche Soße.
3Aromatische Grundlage und Anbraten des Fleisches: Geben Sie Knoblauch zu den glasigen Zwiebeln und braten Sie beides so lange an, bis es zu duften beginnt (etwa 30 bis 60 Sekunden). Geben Sie anschließend die Schweinefleischwürfel in den Topf. Erhöhen Sie die Hitze etwas und braten Sie das Fleisch unter ständigem Rühren so lange an, bis die gesamte vom Fleisch abgegebene Flüssigkeit verdunstet ist und die Würfel an der Oberfläche leicht gebräunt sind (Maillard-Reaktion für einen volleren Geschmack).
4Zugabe von Paprika und Tomaten (entscheidender Moment!): Sobald das Fleisch angebraten ist, nehmen Sie den Topf kurz vom Herd. Geben Sie das Tomatenmark und die gemahlene süße rote Paprika hinzu. Rühren Sie alles schnell und gründlich um und braten Sie die Mischung genau 30 bis 60 Sekunden lang an, damit die Paprika ihre ätherischen Öle und ihre Farbe entfaltet. Gießen Sie sofort etwa 500 ml warmes Wasser oder Brühe hinzu und stellen Sie den Topf wieder auf den Herd. Achtung: Wenn Sie die Paprika zu lange rösten, wird sie bitter!
5. Langsames Schmoren: Geben Sie Lorbeerblätter, getrockneten Thymian, das restliche Salz und frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer in den Topf. Gut umrühren und abdecken. Den Gulasch bei sehr geringer Hitze (die Flüssigkeit sollte nur leicht köcheln) 60 bis 90 Minuten lang garen.
6Eindicken und Fertigstellung: Rühren Sie den Gulasch während des Kochens mehrmals um und geben Sie bei Bedarf noch etwas warmes Wasser hinzu, falls die Soße zu schnell eindickt. Das Gericht ist fertig, wenn sich die Zwiebeln vollständig aufgelöst haben und eine dickflüssige, samtige Soße bilden und die Schweinefleischwürfel so zart sind, dass Sie sie mühelos mit der Gabel durchstechen können. Entfernen Sie die Lorbeerblätter und salzen Sie das Gericht bei Bedarf nach.
7Serviervorschlag: Schweinefleisch-Gulasch passt hervorragend zu cremiger Polenta, hausgemachten Kartoffelgnocchi, breiten Nudeln, Brotklößchen oder einfach zu einem Stück frischem, knusprigem hausgemachtem Brot. Am nächsten Tag, wenn sich die Aromen noch besser vermischt haben, schmeckt der Gulasch noch köstlicher!
Kulinarische Tipps für den perfekten Gulasch
- Die Wahl des richtigen Fleischstücks: Verwenden Sie für Gulasch niemals mageres Schweinerippchen oder Schweinekamm, da diese während des langen Garvorgangs vollständig austrocknen und „holzig“ werden. Schweineschulter oder -hals enthalten ein Netz aus Fett und Kollagen, das beim Schmoren schmilzt und für eine unglaubliche Saftigkeit des Fleisches sorgt.
- Natürliche Verdickung ohne Mehl: Ein echter Gulasch wird niemals mit Mehl oder Stärke angedickt! Eine dickflüssige, cremige Soße erhält man ausschließlich durch das richtige Verhältnis von Fleisch zu Zwiebeln (2:1) sowie durch langes, langsames Kochen, bei dem die Zwiebeln buchstäblich in der Soße zergehen.
- Die Regel für rote Paprika: Rote Paprika enthält natürliche Zucker, die in heißem Öl schnell karamellisieren und leicht anbrennen können. Angebrannte Paprika verleiht dem Gericht einen unangenehm bitteren Geschmack. Deshalb sollten Sie die Paprika immer erst am Ende des Anbratvorgangs hinzufügen, kurz unterrühren und sofort mit Flüssigkeit übergießen.
- Ein Tipp mit Wein: Für den letzten Schliff und eine komplexere Säure können Sie den Gulasch unmittelbar vor dem Hinzufügen von Wasser (in Schritt 4) mit 1 dl trockenem Rot- oder Weißwein ablöschen. Warten Sie, bis der Alkohol verdunstet ist, und fahren Sie dann gemäß dem Rezept fort.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann ich Schweinefleisch-Gulasch einfrieren?
Auf jeden Fall! Gulasch ist eines der besten Gerichte zum Einfrieren. Sobald es vollständig abgekühlt ist, füllen Sie es in Gefrierbehälter um (lassen Sie oben etwas Platz frei, da sich die Flüssigkeit beim Einfrieren ausdehnt). Im Gefrierschrank ist es bis zu 3 Monate haltbar. Lassen Sie es vor dem Verzehr langsam auftauen und erhitzen Sie es gründlich.
Warum sollte man Schweinefleisch anstelle des herkömmlichen Rindfleischs verwenden?
Rindergulasch ist zwar ein Klassiker, erfordert jedoch oft bis zu drei Stunden Garzeit, damit das Fleisch zart wird. Schweinefleisch hat zartere Fasern, weshalb der Gulasch wesentlich schneller fertig ist (innerhalb einer Stunde bis anderthalb Stunden), und der Geschmack ist etwas süßer, milder und außerordentlich vollmundig. Eine hervorragende Lösung für das Mittagessen unter der Woche!
Was tun, wenn der Gulasch am Ende zu sauer oder zu dünnflüssig ist?
Sollte die Tomatenmarkmischung zu viel Säure enthalten, gleichen Sie den Gulasch mit einem halben Teelöffel Zucker aus. Sollte die Soße trotz des langen Kochens nicht dickflüssig genug sein (vielleicht weil Sie zu viel Wasser hinzugefügt haben), nehmen Sie den Deckel vom Topf und lassen Sie den Gulasch bei etwas höherer Hitze weitere 10–15 Minuten köcheln, damit die Flüssigkeit auf natürliche Weise verdampft (reduziert wird).