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Hausgemachter Lorbeerlikör (Laurino) – ein aromatisches mediterranes Elixier mit dem Duft von Sonne, natürlicher Gesundheit und Tradition zählt zu den geschätztesten Kräuterlikören der Küsten- und Mittelmeertradition. Der edle Lorbeer (Laurus nobilis) birgt in seinen dunkelgrünen Blättern einen Reichtum an ätherischen Ölen, unter denen besonders Eukalyptol hervorsticht – bekannt für seine wohltuende Wirkung auf die Atemwege, zur Linderung von Husten und zur Förderung der Verdauung nach üppigen Mahlzeiten. Durch eine langsame, 40-tägige Mazeration in reinem Alkohol entsteht ein wunderschöner smaragdgrüner Likör mit intensiver Kräuternote, angenehmer Süße und seidiger Textur, der jeden Liebhaber natürlicher Hausgetränke begeistert.
- Zubereitungszeit: 15 Minuten
- Mazerations- und Reifezeit: 40 Tage (+ 7 Tage Ruhezeit in der Flasche)
- Menge: ca. 2 Liter Likör
- Schwierigkeitsgrad: Einfach
Zutaten für hausgemachten Lorbeerlikör
- 300 g frische, unbeschädigte Lorbeerblätter (am besten frisch gepflückt, dunkelgrün und aus Bio-Anbau)
- 1 Liter 90–96 % reiner Trinkalkohol (oder hochwertiger hausgemachter Schnaps/Wodka mit Anpassung der Wassermenge)
- 1 Liter Wasser (für den Zuckersirup)
- 500 g weißer Kristallzucker (du kannst einen Teil durch braunen Zucker ersetzen – für eine karamelligere Note)
- optional: 1 Streifen unbehandelte Bio-Zitronenschale oder 1/2 Schote echte Vanille für mehr Rundheit im Geschmack
Zubereitung
1Sortiere die frischen Lorbeerblätter sorgfältig aus und entferne beschädigte oder gelbliche Exemplare. Spüle die Blätter kurz unter fließendem kaltem Wasser ab und trockne sie auf einem sauberen Baumwolltuch vollständig. Wichtig ist, dass die Blätter vor dem Einlegen komplett trocken sind, denn Wassertropfen können den Alkohol trüben oder den Ansatz verderben.
2Bereite ein größeres, gründlich sterilisiertes Glas mit weiter Öffnung vor. Gib die trockenen Lorbeerblätter hinein (optional auch den Streifen Bio-Zitronenschale) und übergieße alles vollständig mit 1 Liter reinem Trinkalkohol. Drücke die Blätter mit einem Holzlöffel leicht unter die Oberfläche der Flüssigkeit.
3Verschließe das Glas luftdicht und stelle es für genau 40 Tage an einen dunklen, trockenen und mäßig kühlen Ort. Schüttle das Glas alle paar Tage leicht. In dieser Zeit zieht der Alkohol aus den Blättern die heilkräftigen ätherischen Öle, Chlorophyll und aromatischen Harze und färbt sich in ein wunderschön intensives Dunkelgrün.
4Bereite nach 40 Tagen den Zuckersirup zu: Vermische in einem Topf 1 Liter Wasser mit 500 g Zucker. Erhitze bei mittlerer Hitze und rühre, bis sich der Zucker vollständig gelöst hat und die Flüssigkeit klar wird. Nimm den Sirup vom Herd und lasse ihn komplett auf Raumtemperatur abkühlen – heißer Sirup würde die feinen Aromen zerstören und Alkohol verdampfen lassen.
5Seihe die grüne alkoholische Flüssigkeit durch ein feines Sieb ab, das mit mehreren Lagen steriler Gaze oder einem Papier-Kaffeefilter ausgelegt ist. Drücke die Blätter in der Gaze leicht aus, damit du die ganze eingefangene Essenz nutzt.
6Gieße den abgeseihten aromatischen Alkohol zum abgekühlten Zuckersirup und verrühre alles mit einem Schneebesen gründlich. Fülle den Likör mithilfe eines Trichters in sterilisiertes dunkles Flaschen ab. In jede Flasche kannst du zur Deko ein frisches, sauberes Lorbeerblatt geben. Verschließe die Flaschen gut und lasse sie an einem dunklen Ort mindestens weitere 7 bis 10 Tage ruhen, damit sich die Aromen zu einer seidigen Einheit verbinden.
Tipps für den perfekten hausgemachten Lorbeerlikör
- Verwende ausschließlich frisch gepflückten, dunkelgrünen Lorbeer – frische Blätter enthalten die höchste Konzentration an aromatischem Eukalyptol und Chlorophyll, die dem Likör seine typische smaragdgrüne Farbe und seine heilkräftige Wirkung geben.
- Die Lorbeerblätter müssen vor dem Übergießen mit Alkohol hundertprozentig trocken sein, da Feuchtigkeit Trübungen oder eine vorzeitige Oxidation des Ansatzes verursachen kann.
- Bewahre den Likör immer in dunklen (grünen oder braunen) Flaschen und im Dunkeln auf, denn natürliches Chlorophyll ist lichtempfindlich – im Licht würde der Likör mit der Zeit bräunlich werden.
- Wenn du statt 90–96 % Alkohol klassischen 40%igen hausgemachten Schnaps oder Wodka verwendest, reduziere die Wassermenge im Sirup auf 200–300 ml, damit der fertige Likör die richtige Stärke und Haltbarkeit behält.
- Serviere den Likör leicht gekühlt nach einem üppigen Mittag- oder Abendessen – die Bitterstoffe und ätherischen Öle des Lorbeers wirken als hervorragender natürlicher Digestif und erleichtern die Verdauung.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Warum muss Lorbeerlikör genau 40 Tage stehen?
Die 40-tägige Mazeration (traditionelle „Quarantäne“) ist ein bewährter phytotherapeutischer Zeitrahmen: In dieser Zeit extrahiert der starke Alkohol aus den ledrigen, dichten Lorbeerblättern nach und nach vollständig auch schwer lösliche Harze, ätherische Öle und Antioxidantien, ohne zu viele unangenehme Bitterstoffe herauszuziehen.
Welche heilenden Wirkungen hat hausgemachter Lorbeerlikör?
Lorbeer gilt als außergewöhnlich heilkräftige Pflanze. In kleinen Mengen (ein Schnapsglas) hilft der Likör traditionell, trockenen und reizenden Husten zu lindern, die Atemwege zu öffnen, die Ausschüttung von Verdauungssäften anzuregen, Blähungen vorzubeugen und wirkt mild antiseptisch sowie entzündungshemmend.
Kann ich statt frischer auch getrocknete Lorbeerblätter verwenden?
Ja, aber wir empfehlen frische. Wenn du getrocknete Blätter verwendest, reduziere die Menge auf etwa 100–120 g, da getrocknete Blätter konzentrierter sind. Beachte, dass der Likör aus getrockneten Blättern eine eher bräunlich-bernsteinfarbene Farbe und ein etwas weniger frisches, dafür herberes Kräuteraroma hat.